Nürnberg - Die Stadt Nürnberg plant die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4. Nach der derzeitigen Endhaltestelle Gibitzenhof soll es künftig weitergehen . Die Regierung von Mittelfranken hat der Stadt mit dem Planfeststellungsbeschluss nun Baurecht erteilt.
09.07.2025 16:01 Uhr

Gibitzenhof wird in Zukunft nicht mehr das Ende für die Linie 4 sein. Von da aus wird es weitergehen über die Dianastraße und Minervastraße - bis zum Anschluss an die Linie 5 in der Julius-Loßmann-Straße (Haltestelle Finkenbrunn). Für dieses Vorhaben hat nun die Regierung von Mittelfranken der Stadt das Baurecht erteilt.

Somit können die ersten vorbereitenden Arbeiten bereits im Oktober 2025 beginnen. Ebenfalls wird in Gibitzenhof mit dem Bau der neuen Wendeschleife gestartet, damit diese bald in Betrieb genommen werden kann, dies gibt die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt. Die VAG Nürnberg und der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) Nürnberg werden im Herbst bei einer Veranstaltung vor Ort über den konkreten Bauablauf informieren.

Stadt sieht darin einen wichtigen Ausbau im Nürnberger Straßenbahnnetz

Ein Planfeststellungsverfahren muss bei der Planung großer Infrastrukturprojekte durchgeführt werden. Dabei sind im Vorfeld verschiedene öffentliche und private Belange zu prüfen. Alle Betroffenen, wie zum Beispiel Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Behörden, werden einbezogen. „Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 zählt zu den wichtigen Ausbaumaßnahmen im Nürnberger Straßenbahnnetz“, sagt Planungs- und Baureferent Daniel Ulrich.

Mit dem Planfeststellungsbeschluss sei ein weiterer Meilenstein zur Umsetzung des vom Stadtrat beschlossenen ÖPNV-Maßnahmenprogramms 2035 erreicht. „Wir können noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen“, so Ulrich. „Die Eröffnung der Trasse ist für 2027 geplant.“

In der rund 1,7 Kilometer langen Neubaustrecke sieht die Stadt einen wichtigen Lückenschluss. Die Streckenplanung wurde am 22. September 2022 einstimmig vom Verkehrsausschuss beschlossen. Für die Siedlungsschwerpunkte Falkenheim, Gartenstadt und Kettelersiedlung besteht mit der Straßenbahn zukünftig eine direkte Verbindung über den zentralen Umsteigepunkt Plärrer an die westliche Altstadt und in den Norden der Stadt. Im Fall von Bauarbeiten oder Störungen im Streckennetz bietet der Lückenschluss betriebliche Flexibilität, um den Straßenbahnbetrieb dennoch aufrechterhalten zu können.

Die Planung sieht vor, die Straßenbahn in der Straßenmitte fast vollständig auf einem eigenen, begrünten Gleiskörper zu führen. Auf Höhe des Minervaplatzes soll eine neue barrierefreie Haltestelle eingerichtet werden. Die schon heute bestehenden Radwege werden verbreitert. Langfristig könne dieser Abschnitt auch den Anschluss nach Kornburg bieten, heißt es aus der Planung.

Jeder, der will, kann sich bis zum 21. Juli den Beschluss ansehen

Der Planfeststellungsbeschluss liegt zur Einsicht aus - bis Montag, 21. Juli 2025, bei der Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum, Wegerecht und Planfeststellung, Sulzbacher Straße 26, Zimmer 103, 1. Stock, während der Öffnungszeiten am Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 15.30 Uhr und am Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Das Projekt soll auch Nürnberg inklusiver gestalten. Es ist Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention (UNBRK). Den Ersten Aktionsplan hat der Nürnberger Stadtrat im Dezember 2021 einstimmig beschlossen. Um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg zu verwirklichen, wurden und werden umfangreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.


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