
Ein Jauchzen dringt von unten aus der Röhre. Das überzeugt Nele. Sie schwingt sich hinein, saust nach unten – und verschwindet aus dem Sichtfeld. Vorher hat die Elfjährige kurz mit ihrer großen Schwester die entscheidende Frage geklärt: „Nimmst du ‚schlauer Fuchs‘ oder ‚schneller Hase‘?“ Die beiden Mädchen erleben gerade Europas größten Waldrutschenpark in der Bergregion Montafon in Vorarlberg, Österreich.
„Schlauer Fuchs“ und „schneller Hase“ sind zwei von sieben Tunnelrutschen, die den Weg ins Tal vom Erlebnisberg Golm rasant machen. Zusammengerechnet 380 Meter Rutsche verkürzen die 500 Meter Höhenunterschied enorm. Und nebenbei kann Nele noch mit Mila um die Wette driften.
Denn die beiden Röhren „Fuchs“ und „Hase“ schlängeln sich direkt nebeneinander steil nach unten – nach vielen parallelen Kurven und scharfen Wendungen spucken sie die Geschwister 60 Meter tiefer wieder aus. Nele gewinnt das Rutschenrennen knapp - das Jauchzen ihres Vorgängers im „schlauen Fuchs“ hat sie also nicht umsonst überzeugt. „Mama, so schnell war ich noch nie von einem Berg wieder unten“, sagt sie später am Fuß des Erlebnisbergs Golm.
Ski hat sie für den Rausch ins Tal nicht gebraucht – denn im Montafon machen im Sommer nicht nur die Rutschen das Runter rasant. An der Zwischenstation in Latschau steigen die Geschwister noch in die Allwetterrodelbahn, die sie im Sommerschlitten mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde auf Schienen weiter hinab ins Tal bringt.
Hinauf ging es am Morgen mit der Gondel auf etwa 1890 Meter Höhe zum Berghof Golm. Dort trafen die Kinder auf die Murmeltier-Figuren Golmi und Golmine, die den 2,6 Kilometer langen Weg über einen Forschungspfad mit 22 Stationen voll gepackt haben mit Erlebnissen und Wissen. Nele bringt zum Beispiel über ein Seil einen Metallvogel zum Klopfen, sodass er klingt wie ein Specht. An mehreren Wasserstationen kann sie mit ihrer Schwester Dämme öffnen oder mit einer großen Wippe unter Einsatz ihres Körpergewichts Wasser aus einem Becken ins andere befördern. Das Montafon ist eine der wasserreichsten Regionen Europas. Wer die Region bewandert, entdeckt viele Quellen, Seen und Bäche.
Im Laternsertal gibt der Berg den Ton an - und zwar im wahrsten Sinne
Auch im Nachbartal des Montafon, bei Laterns, gibt der Berg den Ton an – hier allerdings im wahrsten Sinne. Am sogenannten „Klangberg“ treffen Natur, Klang und Abenteuer aufeinander. Das Klima in der Region sorgt dafür, dass die Bäume langsam und gleichmäßig wachsen. Das verleiht dem Holz ideale Klangqualitäten: Es wird weltweit eingesetzt für den Instrumentenbau, insbesondere für Geigen, Gitarren oder E-Bässe. Entsprechend teuer wird es gehandelt.
Im Jufa-Hotel Laterns können Kinder in der Indoor-Klangholzspielewelt darauf krackseln. Wer es heiß mag, erlebt es im Wellnessbereich in der Klangholzsauna. Bei der Familien-Fackelwanderung am Abend sorgen andere Stöcke mit ihrem Feuer für Licht.
Vom Gipfel des Hohen Freschen auf etwa 2000 Meter Höhe hat man einen Blick über den ganzen Bodensee. Das Gewässer lässt sich von Laterns aus auch gut erreichen: zum Beispiel bei einem Tagesausflug nach Bregenz. Dort kracht an diesem Tag gerade ein Gewitter und es tropft aus den Regenbogen. Sturm hat die Fahnen der LGBTQ+-Bewegung zerzaust, die in der Stadt einen Christopher-Street-Day veranstaltet hat.
Bei der kleinen Bodenseerundfahrt mit dem Schiff haben sich die Wolken verzogen und der Himmel erstrahlt blau, als der Kapitän den Kahn an der berühmten Bregenzer Seebühne und an Lindau (in Deutschland) vorbei steuert. „Schaut her – Wasser bis zum Horizont“, sagt der Bootsführer mit einem Schmunzeln, „der Bodensee ist unser Meer hier in Österreich.“ Eine Reise nach Vorarlberg führt also nicht nur zu Erlebnisbergen, sondern auch zu nassen Regenbogen, rasanten Rutschen, klangvollen Hölzern – und sogar an eine Küste.
Mehr Informationen
Tourismusverband Österreich Werbung www.austria.info
Jufa-Hotels Österreich www.jufahotels.com
Anreise ab Nürnberg per Auto: etwa 340 Kilometer. Mit dem Zug bis Bregenz: zirka vier Stunden.




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