
Eloquent und nie um klare Worte verlegen: So dürfte Joachim Schmidt vielen in Erinnerung bleiben. Der Fürther CSU-Lokalpolitiker war einer der Dienstältesten im Stadtrat, seit 1987 gehörte er dem Gremium an. Nun ist er im Alter von 71 Jahren verstorben. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.
„Eine sehr traurige Nachricht hat uns erreicht“, schreibt sein Parteikollege und Stadtratsfraktionsvorsitzender Max Ammon auf Facebook. Schmidt sei am Freitagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben, teilte der CSU-Kreisverband Fürth-Stadt auf der Plattform mit. „Wir verlieren mit ihm nicht nur einen verlässlichen Weggefährten, sondern einen Menschen, der Spuren hinterlässt – in unserer Fraktion und darüber hinaus“, heißt es dort weiter.
Fürther CSU-Stadtrat Joachim Schmidt starb im Alter von 71 Jahren
Schmidt war selbst viele Jahre - von 2001 bis 2013 - Fraktionschef im Stadtrat und gehörte lange Zeit auch dem Bezirkstag an, in den er 1994 erstmals einzog. Die Doppelfunktion hielt den Lokalpolitiker allerdings nicht von seiner beruflichen Karriere ab: Seit den 80ern arbeitete er als Internist mit Schwerpunkt Kardiologie am Klinikum Nürnberg, wo er zuletzt als Oberarzt tätig war.
Im Stadtrat galt Joachim Schmidt als einer der Eloquentesten, der pointiert zu formulieren wusste. „Eine Konfrontation nur um der Konfrontation willen“ - also nur um sich zu profilieren - lehnte er ab, wie er 2008 klar machte. Zugleich kündigte er damals an, genau beobachten zu wollen, wie die SPD mit ihrer absoluten Mehrheit umgehe.
Seinen Parteikollegen zufolge lag Schmidt das Wohlergehen der Menschen und das „gute Miteinander in unserer Stadt“ am Herzen. „Mit seiner ruhigen, aufrichtigen Art und seinem fachlichen Wissen hat er unsere Arbeit bereichert und menschlich geprägt“, schreibt der Kreisverband auf Facebook. Der 71-Jährige sei ein engagierter Stadtrat und geschätzter Kollege gewesen – „und für viele von uns ein lieber Freund“.
Obwohl er zuletzt das älteste Fraktionsmitglied war, sei Joachim Schmidt mit „dem innovativsten Denken“ vorangegangen, sagt Max Ammon. Das habe ihm besonders imponiert.
Auch die Stadtspitze beschäftigt der Tod des CSU-Politikers. „Die Kleeblattstadt verliert mit ihm einen der profiliertesten und beliebtesten Kommunalpolitiker der Gegenwart“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. „Dr. Schmidt erhielt über alle Parteigrenzen hinweg viel Respekt und Aufmerksamkeit, seine Stimme hatte im Stadtrat großes Gewicht“, sagt Oberbürgermeister Thomas Jung. Er sei einer der Stadträte mit den meisten Dienstjahren in der Fürther Nachkriegsgeschichte gewesen.
Schmidt habe sich in vielen Bereichen Verdienste um die Kleeblattstadt erworben, unter anderem als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Infra. Besonders wichtig war dem Mediziner und langjährigen Mitglied des Verwaltungsrates aber das Klinikum, „für dessen positive Entwicklung er sich mit großem Sachverstand und Kompetenz engagierte“. Ein großes Anliegen war ihm daneben „der Interessensausgleich zwischen den Generationen, die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger und die Modernisierung der Schulen.“ Er galt als geschätzter Ansprechpartner und Ratgeber.
Obwohl Schmidt nicht nur einmal deutlich in Opposition zum Stadtoberhaupt ging und Kritik nie scheute, lässt Jung wissen: „Er wird mir persönlich und er wird im Fürther Rathaus fehlen. Mein tiefstes Mitgefühl gehört seiner Familie.“

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