
Wer diese Kolumne regelmäßig liest, der weiß, dass das Leben als Kleeblatt-Berichterstatter sehr einsam sein kann. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle schon mal ein Text über den Alltag als "letzter Reporter", der sogar deutschlandweit für einiges Aufsehen sorgte. Danach war bei den Pressekonferenzen plötzlich mehr los, aus einem wurden drei, vier oder fünf Reporter - Alexander Zorniger betonte nach einem regelrechten Fragenhagel sogar mal, dass er dabei "echt Spaß" hatte.
Doch schon wenige Wochen später war wieder alles beim Alten, war das mediale Interesse an der Spielvereinigung wieder auf das gewohnt niedrige Niveau zurückgegangen. Das war und ist aber keine Fürther Besonderheit, wie man vor einigen Monaten sogar beim großen FC Schalke erfahren musste, wo ebenfalls ein einsamer Reporter die Pressekonferenz alleine bestritt.
Dialog bei der SpVgg Greuther Fürth
Über Tage war der auch mediale Niedergang des einstigen Champions-League-Vereins Thema, selbst die großen Magazine wie "11 Freunde" berichteten vom skurrilen Geschehen in Gelsenkirchen. In Fürth hingegen nahm davon zuletzt kaum mehr jemand Notiz. Sowohl vor dem Heimspiel gegen den HSV als auch zuletzt vor der Reise nach Osnabrück war die gesamte Pressekonferenz mal wieder ein Dialog zwischen dem Kleeblatt-Reporter dieses Verlags und Alexander Zorniger - einmal fünf und einmal neun Minuten lang.
In Osnabrück hat der Verein auf ähnliche Entwicklungen bereits reagiert. Die einzige Zeitung vor Ort, die "Neue Osnabrücker Zeitung", die zuletzt oft als einziges Medium bei den wöchentlichen Fragerunden dabei war, bekommt neuerdings vor Spielen ein Exklusiv-Interview mit Trainer Uwe Koschinat, die obligatorische Pressekonferenz hat der VfL abgeschafft.
Stattdessen stellt der Verein nur noch ein selbst produziertes Video-Interview mit dem Trainer online. Damit sind die Osnabrücker aber eine Ausnahme. Alle anderen Vereine setzen weiter auf das Format "Pressekonferenz" - das auf YouTube sehr gute Klickzahlen verspricht.


Keine Kommentare