Die Tür zum Reisebüro am Stresemannplatz öffnet sich und Bürohund Reilly spitzt die Ohren. Der Rüde springt von seinem Körbchen hinter dem Bürotisch von Geschäftsführer Jörg Grießinger auf und tapst schwanzwedelnd auf die neuen Kunden zu. "Hauptsache, er bekommt seine Streicheleinheiten", sagt Grießinger. Für ihn ist Reilly mehr als nur Bürohund: Im Tui ReiseCenter ist Reilly fester Teil des Teams.
Von der Straße ins Hotel-Körbchen
Doch so bunt und rosig war Reillys Leben nicht immer. Er ist in Rumänien aufgewachsen. Viel weiß Grießinger nicht über Reillys Vorgeschichte. Nur eines: Als er die Fotos und Videos des damals zwei Jahre alten Straßenhundes im Internet gesehen hat, war er schockverliebt. "Eigentlich war ich eher vorsichtig beim Thema Hund", erzählt er. Frau und Kinder wollten schon länger einen vierbeinigen Mitbewohner, doch Grießinger hatte Respekt vor der Verantwortung. "Aber Reilly war perfekt, das wusste ich sofort." Und Reilly offenbar auch: Bei Grießingers daheim fläzte er sich auf den Teppich, streckte die vier Pfoten von sich "und ist seitdem ein Traum-Hund".
Auch den Kunden gegenüber ist Reilly ein Top-Mitarbeiter. Hundefans begrüßt er freudig und holt sich ausgiebig Streicheleinheiten ab. Bei Menschen, die Angst vor Hunden haben, bleibt er am Schreibtisch stehen, beurteilt die Lage und zieht sich im Zweifelsfall wieder ins Körbchen zurück. "Er ist sehr sensibel", weiß Grießinger.
Für ihn ist Reilly Teil der Familie. Und das sagt er nicht nur so, sondern lebt es auch. Geändert hat sich durch den Einzug vor fünf Jahren nur eins: Grießingers Urlaubsverhalten. "Davor bin ich viel geflogen", erzählt der Touristik-Experte. Allerdings will er seinen Rüden nicht weggeben, wenn er im Urlaub ist und einen Flug im Transportraum will er ihm auch nicht antun. Also steuert die Familie inzwischen Reiseziele mit dem Auto an. "Es soll auch Urlaub für den Hund sein. Kein Stress", sagt Grießinger. Vor kurzem haben die Fünf Urlaub in Kroatien gemacht. "Das Grundstück des Ferienhauses ist eingezäunt, das ist mir immer wichtig", betont der Geschäftsführer.
Urlaub mit Hund - das gilt es zu beachten
Am wichtigsten ist wohl, dass die Unterkunft hundefreundlich ist. "Wenn ein Hotel sich das auf die Website schreibt, sind Hunde in der Regel nicht nur geduldet, sondern auch willkommen", sagt Grießinger. Oft gibt's dann ein Hundekörbchen im Hotelzimmer, Leckerlis liegen bereit und die Urlauber finden Hundenäpfe vor. Teilweise berechnen Hotels für den Hund 10 bis 25 Euro zusätzlich pro Nacht. "Das verstehe ich auch, die ganzen Haare müssen ja gründlich weggeputzt werden." Es gibt aber auch Ferienhäuser, bei denen der Hund keine Extragebühr kostet. Abgesehen von den Hotelkosten müssen Urlauber für den Vierbeiner nicht viel mehr Budget einplanen als sonst auch.
Allerdings sollten Hundebesitzer die jeweiligen Einreiseregeln des Landes kennen. In Großbritannien beispielsweise müsste Reilly erst in Quarantäne. In EU-Ländern ist das aber in der Regel kein Thema. Dort müssen die Tiere lediglich entsprechend geimpft sein.
Und für Grießinger gilt: Hundebesitzer sollten sich im Ausland genauso respektvoll verhalten wie in Deutschland. "Häufchen wegmachen und Leinenpflicht beachten zum Beispiel." Bei Reilly überwiegt dann aber doch manchmal die Neugierde vor den Regeln. Zum Beispiel in Grießingers Lieblingshotel in Kitzbühel: "Dort hat er sich einmal heimlich von unserer Terrasse aus in den Wellnessbereich des Hotels geschlichen", erzählt Grießinger und lacht. Die Mitarbeiter nahmen den unüblichen Wellness-Gast aber mit Humor - Grießingers dürfen natürlich weiterhin kommen. Und das tun sie auch: Die nächste Reilly-Reise in die Tiroler Alpen ist schon gebucht.

