
Vorführungen von Hunden, ein Hubschrauber-Simulator, ein Polizei-Boot, Kinder-Dienstausweise, ein Feuerwehrauto und Streifenwagen sowie der Military Police der US-Army: Beim Tag der Polizei auf dem Ansbacher Karlsplatz am Sonntag war das Interesse sehr groß. Knapp 10.000 Besucher waren in den sechs Stunden vor Ort, das schätzen laut Michael Konrad von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken seine Kollegen der Inspektion Ansbach. Doch es gibt im Nachgang einen Aufreger: Kinder und Jugendliche durften Maschinenpistolen der Military Police der US-Army in die Hand nehmen.
"Das Verhalten der Militärs ist völlig verantwortungslos, gerade angesichts von schockierenden Morden und Amokläufen Minderjähriger in den letzten Wochen und Monaten“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Offenen Linken Ansbach (OLA), Boris-André Meyer. Er spricht von "Gewaltverherrlichung" und "unfassbaren Szenen an einer Veranstaltung für Gewaltprävention auf öffentlichem Platz". Die US-Armee untergrabe Bemühungen der Stadt Ansbach und der Polizei, "der wachsenden Gewaltkriminalität unter Jugendlichen präventiv zu begegnen". Viele Besucher seien "fassungslos" gewesen.
Keine Beschwerden bei der Polizei
Beschwerden bei der Polizei gab es jedoch keine, erklärt Michael Konrad, weder bei dem Event selbst noch danach. Insgesamt sei die Polizei sehr zufrieden mit dem Zuspruch gewesen. Das Interesse und vor allem beim Nachwuchs die Faszination an dem Berufsfeld Polizei sei groß.
Auch die deutsche Polizei habe Teile der Ausrüstung gezeigt und so durften Erwachsene und Kinder auch eine Ramme zum Aufbrechen von Türen, Schutzhelme oder schwere Schutzwesten anprobieren. "In unserer Gesellschaft ist man sehr sensibilisiert, wenn es um Schusswaffen geht", erklärt Michael Konrad. Die Polizisten vor Ort trugen Waffen, diese würden aber an einem solchen Familientag nie in den Fokus gerückt werden. Konrad sagte aber auch, dass Waffen eben auch Teil des Polizistenberufs seien.
Doch was sagt die Militärpolizei selbst dazu? Gerlinde Hoyle, Pressesprecherin der US-Army am Standort Ansbach-Katterbach, bestätigte, dass "auf Anfrage" Besucher die Waffen in die Hand nehmen durften. Die Waffen seien aber "in einem Zustand gezeigt worden, in denen in keinster Weise eine Gefahr für irgendwen bestand". Maschinenpistolen seien "einfach ein Teil des Equipments der Military Police", sagte Hoyle.
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2 Kommentare
DerKaktus
Ich muss mich korregieren. Der letzte Eintrag "Aktuelles" liegt schon über 1 1/2 Jahre zurück. Da muss man sich natürlich mal wieder ins Gespräch bringen, wenn man sonst nichts zustande bringt.
02.05.2023 18:31 Uhr