
Lange lag es brach, doch schon in zweieinhalb Jahren soll das Volksbad am Plärrer in neuem Glanz erstrahlen. Dass sich der Freistaat Bayern mit einer erklecklichen Summe an der Finanzierung der 55 Millionen Euro teuren Sanierung beteiligt, steht schon länger fest. Dennoch ist eine schriftliche Zusage noch ein Stück weit verbindlicher. Deshalb war es für alle Beteiligten ein besonderer Moment, als Ministerpräsident Markus Söder nun ganz offiziell den Förderbescheid des Freistaates Bayern überreichte.
Historische Substanz bleibt erhalten
"Für uns ist das ein Meilenstein der Finanzierung", sagt Projektleiter Joachim Lächele. 18 Millionen Euro steuert der Freistaat Bayern bei, weitere acht Millionen Euro fließen vom Bund. Man habe verschiedene Fördertöpfe angezapft, sagt Söder, der die Sanierung auch unterstützt, weil in Nürnberg Schwimmflächen unter anderem für die Schulen fehlen. Darüber hinaus freue er sich, dass das Bad nun doch so saniert werden kann, dass die historische Bausubstanz erhalten bleibt.
Das bringe auch zusätzliche Kosten mit sich, so der Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume. Für die besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes steuert sein Haus 5,5 Millionen Euro bei. Die Förderung des Freistaates sei ein zentraler Baustein, "ohne den wir die Sanierung nicht stemmen könnten", betonte Oberbürgermeister Marcus König beim Übergabetermin in der alten Schwimmhalle. Aus seiner Sicht leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stadtreparatur rund um den Plärrer und wertet die komplette Umgebung auf.
Fast drei Jahrzehnte lang hatte das Gebäude leer gestanden, verschiedene Pläne zur Sanierung der Jugendstilperle waren an der Finanzierung gescheitert. Doch jetzt soll es endlich klappen. Die Baugenehmigung liegt vor, der Umbau hat bereits begonnen. Sogar den Eröffnungstermin hat Projektleiter Lächele, der auch Zweiter Werkleiter von Nürnberg Bad ist, schon im Blick: Am 14. Dezember 2024 soll alles fertig sein. Bis dahin ist es entscheidend, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, wie Bürgermeister Christian Vogel betont. Wie gut das angesichts der aktuellen Preissteigerungen klappen kann, werde sich schon bald zeigen. "Die Ausschreibungen sind am Markt."
Einst Europas modernstes Bad
Lächele jedenfalls, der für die Stadt auch den Neubau des Langwasserbades geplant hat, will den vorgegebenen Rahmen unbedingt einhalten. "Wir werden nicht draufsatteln", verspricht er. "Notfalls lassen wir etwas weg." Dennoch soll das Volksbad Nürnbergs schönster Badetempel werden und an seine Geschichte anknüpfen. Bei der Eröffnung 1914 galt das Haus als modernstes Schwimmbad Europas. 80 Jahre später musste es schließen. 110 Jahre nach der Eröffnung sollen die Nürnberger dort wieder baden gehen können.

Keine Kommentare